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Garbage Collection für Parallele und Verteilte Systeme

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– 6 – 3 Garbage Collection in Parallelen Systemen 3.1 Parallelität beim Garbage Collection Parallelität in Bezug auf GC betrifft unterschiedliche Anwendungsfelder. Erstens kann damit für eine sequenzielle Architektur gemeint sein, dass der Collector einen laufe nden Prozess  nicht  für  den  gesamten  GC-Vorgang  unterbricht,  sondern  Stück  für  Stück  vor- geht und der Prozess (Mutator) zwischenzeitlich weiterarbeiten kann. Durch das inkre- mentelle Vorgehen des Collectors können die durch GC verursachten Programmpausen verringert  werden.  Zweitens  können  für  parallele  Multiprozessorsysteme  und  für  Uni- prozessorsysteme   mit   Thread-Parallelität   konkurrente   (concurrent)   GC-Algorithmen beschrieben  werden  [Jo96].  In  inkrementellen  Algorithmen  werden  Tätigkeiten  von Collector und Mutator ineinander verschachtelt, wobei nie beide gleichzeitig Daten le- sen bzw. ändern. Im Unterschied dazu dürfen bei konkurrenten Verfahren beide simul- tan  auf  Daten  arbeiten  [GL02].  Während  in  diesem  Kapitel  inkrementelle  Tracing- Verfahren  und  konkurrente  Algorithmen,  sowohl  für  Multiprozessor-  bzw.  Multithrea- ded-Systeme  mit  gemeinsamem  Speicher  als  auch  für  sequenzielle  Architekturen,  be- handelt  werden,  folgt  im  vierten  Kapitel  eine  Beschreibung  von  GC-Algorithmen, die speziell  für  verteilte  Systeme  konzipiert  sind,  in  denen  mehrere  Rechner  mit  eigenem Speicher über ein Netzwerk interagieren . Unabhängig  davon,  ob  Parallele  GC-Algorithmen  inkrementell  oder  echt  nebenläufig konzipiert sind, muss eine Synchronisation zwischen Mutator und Collector stattfinden, um Konsistenzprobleme zu vermeiden [Jo96].   3.1.1 Synchronisation In Anlehnung an Jones und Lins [Jo96] ist unten in Abb. 1 beispielhaft dargestellt, wel- che  Probleme  die  Aktivitäten  eines  Mutators  ohne  Synchronisation  mit  dem  Collector hervorrufen können. Im Beispiel wird angenommen, dass vom Root Set eine Referenz auf zwei Zellen, A und B, besteht. In dem rechten Teil der Zelle A ist zu Beginn (Abb. 1 a) ein Zeiger auf Zelle C enthalten. Im weiteren Programmablauf wird zuerst im rechten Feld von Zelle  B ein Verweis auf C gesetzt und der Zeiger  von A auf C entfernt (Abb. 1 b) und anschließend im zweiten Schritt wieder von A auf C verwiesen und der Zeiger von B auf C gelöscht (Abb. 1 c). Wenn ein Collector im ersten Schritt die Zelle A unter- sucht hat (siehe schwarze Markierung in Abb. 1 b) und im zweiten Schritt Zelle B vor- nimmt, könnte der Collector fälschlicherweise schließen, dass Zelle C Garbage ist, weil er keinen Weg vom Root Set aus über A oder B nach C gefunden hat. Folglich muss die
  
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